Donnerstag, 27. Dezember 2012

Beste Reiseblog-Artikel

Beste Mexiko-Reiseblog Artikel
Welcher Beitrag befindet sich an der Spitze der
Top 5 der besten Reiseblog-Artikel über Mexiko?

Beste Mexiko Reiseblog-Artikel 2012
     
Das Ende dieses Jahres naht, obwohl ja eigentlich am 21. Dezember 2012 der Weltuntergang angekündigt wurde! Die Apokalypse war jedoch nicht durch den mexikanischen Maya-Kalender vorhergesagt, sondern wurde durch eine grosse Fülle an falschen Interpretationen und Informationen in den weltweiten Medien verbreitet.
       
Die globale wie auch die mexikanische Reisewelt dreht jedoch munter weiter – ein guter Zeitpunkt also, um die besten Mexiko Reiseblog-Artikel 2012 zu küren.
  
5. Platz: Auf den fünften Platz schaffte es ein Thema, dass keinen Mexiko-Fan kalt lässt, nämlich das Verschwinden der legendären VW-Käfer Taxis aus Mexiko-Stadt.  
  
4. Platz: Der Bericht über das karibische Inselparadies der Isla Mujeres unseres Reiseblog-Autors Jaime Correa, faszinierte ebenfalls zahlreiche Leser und verdiente sich den vierten Rang.
  
3. Platz: Auf dem dritten Platz der mexiko-leben-und-reisen Blogartikel Rangliste triumphierte der Bericht über das Naturphänomen der Monarch-Schmetterlinge und den neuen IMAX-Film dazu.
  
2. Platz: Der Bericht über die Präsidentschaftswahlen in Mexiko, welche im Juli dieses Jahres stattfanden, erreichte den zweit besten Platz.
  
1. Platz: Auf der ersten Position dieser Top 5 der besten Reiseblog-Artikel befindet sich der Artikel über das Tauchen in der Karibik von Mexiko, welcher das ganze Jahr über konstant hohe Besucherzahlen registrierte.

Wir bedanken uns herzlich bei den zahlreichen treuen Blog-Lesern und Mexiko-Interessenten. Mit dem RSS-Feed kann man übrigens ganz einfach den Mexiko-Blog abonnieren, damit man bestimmt nichts verpasst. Oder schaut auf unserer Facebook Seite vorbei, wo wir laufend über neue Blogartikel und weitere News über Mexiko berichten.
  
Alles Gute im Neuen JahrFeliz año nuevo!
  

Freitag, 14. Dezember 2012

Posadas und Weihnachten

Piñatas für die Posada
Piñatas gehören traditionell zu jeder Posada
und Weihnachtsfeier in Mexiko.



Posadas - fiesta mexicana vor Weihnachten
  
Die Weihnachtszeit in Mexiko ist nicht etwa eine stille und besinnliche Zeit, sondern kann eine fröhliche und laute fiesta sein. Der traditionelle Brauch der Posadas ist ein wunderbarer Vorwand, wenn dann die Mexikaner überhaupt einen brauchen, um ausgelassen zu feiern.
      
Bei einer Posada, was auf deutsch Herberge bedeutet, wird die beschwerliche Suche nach einer Unterkunft von Maria und Josef symbolisiert. Die Teilnehmer verkleiden sich wie zu jener Zeit und irren scheinbar ziellos im Quartier umher, um an die Türen klopfend Einlass und ein Bett zum Schlafen zu begehren. Wie das historisch erzählt wird, werden sie jedoch zuerst abgewiesen. Erst nach mehreren Versuchen wird das Tor geöffnet und die Suchenden werden zu geladenen Gästen.
   
Hatte die Posada anfänglich noch einen religiösen Hintergrund, wird nun die fiesta mexicana losgehen. Bestimmt werden alle Familienangehörigen eingeladen, es gesellen sich jedoch oft auch die Nachbarn und Freunde von Freunden dazu, dass es schlussendlich wie ein Strassenfest werden kann. Traditionell werden Buñuelos (süsse Krapfen) und Ponche (Fruchtpunsch) angeboten. Je nachdem wird auch noch ein richtiges Nachtessen mit typischen Speisen aufgetischt. Mit Bier und Tequila lassen es sich die Erwachsenen gutgehen.
  
Die Kinder erfreuen sich jeweils am Brauch der Piñatas, eines aus Pappe gebastelten Gefässes, in der Form eines rundum gezackten Sternes oder eines beliebten Comichelden. Die Piñata wird aufgehängt und der Reihe nach versuchen die Kinder mit einem Stock die Figur zu zerschlagen. Um die Schwierigkeit zu erhöhen werden den älteren Kindern noch die Augen verbunden. Im Innern weilt der begehrte Schatz, meist Schokolade und andere Süssigkeiten. Ist die Piñata mal kaputtgeschlagen, stürzen alle Kinder lautstark auf die Beute.
   
Die Posadas finden vom 16. Dezember bis zum Weihnachtsabend statt. Täglich kennt man bestimmt jemanden, der bei sich zu Hause ein Posada veranstaltet. Die Vorweihnachtszeit ist geprägt von fiestas, dem Wiedersehen mit Freunden. Es werden gute Gespräche geführt, wiedermal das Tanzbein geschwungen, zusammen traditionelle Lieder gesungen und je fortgeschrittener der Abend, desto feuchtfröhlicher wird das Ambiente. Zusammen mit einer einheimischen Familienbande eine Posada zu feiern, ist wahrlich ein einmaliges Erlebnis und bestimmt ein grosser Kontrast zur Adventszeit in europäischen Breitengraden.

Und wenn die Welt gemäss Maya-Kalender am 21. Dezember 2012 nicht untergeht, wird es auch dieses Jahr wieder einige stimmungsvolle Posadas geben - FELIZ NAVIDAD A TODOS!
  

Donnerstag, 22. November 2012

21. Dezember 2012 Apokalypse Maya

Maya-Kalender und die Apokalypse
Der Maya-Kalender sagt keine Apokalypse oder Weltuntergang
vorher, sondern den Beginn einer neuen Ära.

 Weltuntergang oder Beginn einer neuen Ära?
   
Am 21. Dezember 2012 endet der Zyklus des 13. bak'tun des Maya-Kalenders und es geistern Gerüchte und Verschwörungstheorien umher, es nahe das Ende der Welt, es stehe der Weltuntergang bevor! Einerseits wird über Nostradamus, die Johannes-Offenbarung oder den Maya-Kalender gespottet, andererseits gibt es viele Personen die fest daran glauben. Als neutraler Beobachter fragt man sich angesichts der täglich wachsenden Krisen auf der ganzen Welt, ob nicht vielleicht doch etwas dran sein könnte an der Apokalypse? Warum dann all das Gerede vom Jüngsten Tag? Wer waren die Mayas?
    
Die Maya-Zivilisation erlebte ihre Blütezeit zwischen 300 und 900 nach Christus. Das Volk lebte in der Gegend vom südlichen Mexiko auf der Halbinsel Yucatan und im Bundesstaat Chiapas, sowie im nördlichen Guatemala und in Belize. Die Mayas sind bekannt für ihre Errungenschaften in der Astronomie, Mathematik und Architektur.
  
Keine Panik, die Welt geht am 21.12.2012 nicht unter, zumindest nicht gemäss der Vorhersagung der Mayas in Mexiko. In der Zeitzählung der Mayas dauert ein bak'tun 400 Jahre. Das Ende eines grossen Zyklus wird möglicherweise lediglich Veränderung und Erneuerung mit sich bringen, was sich die westliche Welt jedes Jahr an Silvester und Neujahr auch erhofft und vornimmt. Es beginnt eine neue Phase des Kalenders, es steht aber nirgends etwas von einem Ende der Welt, sondern eher vom Beginn einer neuen Ära. Vielmehr als sich vor dem Ende der Menschheit gefürchtet, hätten die Maya wohl eher eine riesige Fiesta veranstaltet.
   
Der Westen versucht zum wiederholten Mal, in die Inschriften der Maya Weltuntergangsszenarien hineinzuinterpretieren. Bei einer kürzlich von einer mexikanischen Tageszeitung durchgeführten Umfrage im Stammland der Mayas auf der Yucatan Halbinsel, wusste die grosse Mehrheit nicht einmal etwas vom Ende des Zyklus im Maya-Kalender, vielmehr sorgen sie sich um tägliche Dinge wie Familie, Gesundheit und ihre Arbeit.
    

Freitag, 9. November 2012

Spencer Tunicks nackte Kunst

Nackte Geister von Spencer Tunick in Mexiko
Nackte Geister am Festival Calaca zum Tag
der Toten in San Miguel de Allende
(Bildquelle: Spencer Tunick)

Nackte Geister am Tag der Toten
 
Der Tag der Toten oder Dia de los Muertos, ist ein würdevoll zelebrierter Feiertag in Mexiko. Ganz dem Naturell der Mexikaner entsprechend, werden die Verstorbenen jedoch nicht wehmütig trauernd, sondern fröhlich feiernd verehrt. Der Tag der Toten ist ein buntes Volksfest und eines der wichtigsten kulturellen Ereignisse in Mexiko. Friedhöfe und Hausaltare (ofrendas) werden mit Esswaren, Getränken (Tequila darf nicht fehlen), Geschenken und Blumenschmuck dekoriert, um die Seelen der Verstorben zurück zur Erde zu locken. Die Toten sollen bei ihrem Besuch der Hinterbliebenen all die Versuchungen wieder finden, welche sie zu Lebzeiten genossen haben.
  
Nach der Auffassung des amerikanischen Fotografen Spencer Tunick kehren die Geister der Toten nackt zurück, nur mit einem weissen, durchscheinenden Stofflaken bedeckt. Der für seine Aktfotografie bekannte Künstler versammelte in der zentralmexikanischen Ortschaft San Miguel de Allende 300 Menschen um seine Vision zu verwirklichen und liess sie mit transparenten Schleiern wie geistliche Wesen aus dem Jenseits über die Wiesen gleiten. Eine bunte Mischung aus Freiwilligen, unabhängig von Schönheitsidealen oder Alter, posierten anlässlich des alljährlich stattfindenden Kulturfestivals Calaca, in ihrer ganzen Natürlichkeit für die fotografische Installation. Je nach Blickwinkel und Lichtverhältnissen nimmt man die nackten Körper wahr oder der Schleier lässt die Person nur als weisse, geheimnisvolle Gestalt erscheinen.
  
Der aus New York in den USA stammende Fotograf Spencer Tunick ist ein Meister der in-Szene-Setzung von nackten Menschenmassen oder Landschaftsskulpturen, wie er seine Kunstform nennt. Die Akzeptanz seiner Kunstprojekte zeige den Grad der Offenheit und Toleranz eines Landes, sagte er einmal. Vor Kurzem hat er in München 1700 Menschen entkleiden lassen zu Richard Wagners "Ring der Nibelungen". Weitere Projekte hat er in New York, Sydney, Barcelona und sogar auf einem Schweizer Gletscher verwirklicht.
  
Der nackte Zocalo von Spencer Tunick in Mexiko-Stadt
Nackte Menschenmasse auf dem riesigen Hauptplatz
"Zocalo" in Mexiko-Stadt
(Bildquelle: Spencer Tunick)

Sein grösstes Kunstwerk jedoch hat Spencer Tunick ebenfalls in Mexiko geschaffen. Auf dem monumentalen Zocalo-Platz, in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt, posierten knapp 20'000 Modelle, um sich als nackte Menschenmasse in diesem historischen Setting ablichten zu lassen. Dies lässt umso mehr aufhorchen, da doch Mexiko als ein eher konservatives, katholische Land gilt. Ganz ohne Nebengeräusche und Protest der kirchlichen Vertreter ist das Ereignis auch nicht zu Stande gekommen. Fünf Jahre hätte er gebraucht um von der mexikanischen Regierung die Erlaubnis für die Aktion zu erhalten, gestand Tunick. Wie kann der natürliche Körper bloss Sünde sein?
 
In der Zwischenzeit sind die Aufnahmen des „nackten Zocalo“ ein etabliertes Kunstwerk. Wie auch die nackten Geister von San Miguel de Allende zum Tag der Toten eine weitere geniale künstlerische Idee ist.
  

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Kultur, Fiestas und Feiertage

Kulturfestival Cervantino in Guanajuato
Viel Kultur und mucha Fiesta am Festival
Internacional Cervantino in Guanajuato

Kulturelle Veranstaltungen und Feierlichkeiten
  
Fiestas de Octubre in Guadalajara

Während des ganzen Oktobers bietet Mexikos zweitgrösste Stadt Guadalajara ein reichhaltiges Kulturprogramm anlässlich der Fiestas de Octubre. Vom karnevalähnlichem Umzug zum Auftakt bis zu grossen Shows mit namhaften, internationalen Stars.
  
Festival Cervantino
  
Das Internationale Kulturfestival Festival Internacional Cervantino, zu Ehren von Miguel de Cervantes, dem Autor von Don Quijote, findet dieses Jahr vom 3. bis 21. Oktober statt. Schon zum 40. mal wird im zauberhaften Städtchen Guanajuato ein gewaltiges kulturelles Programm mit Theater, Musik, Tanz und Literatur geboten.  
  
Fest der Jungfrau von Zapopan

Am 12. Oktober findet in Zapopan, einer an Guadalajara angrenzenden Stadt, eine feierliche Prozession bis zur bekannten Basilika de Zapopan statt. Begleitet wird der Umzug von Mariachis, Charro-Reitern und bis zu einer Million gläubiger Pilgern.
  
Dia de los Muertos
 
Das mexikanische Totenfest, Dia de los Muertos, ist eines der bedeutendsten Feste des Landes. Dem Glauben nach besuchen in der Nacht vom 1. auf den 2. November die Seelen der Verstorbenen ihre hinterbliebenen Verwandten. Aus diesem Grund ist der Tag der Toten nicht ein Trauertag, sondern ein Volksfest zu Ehren aller Verstorbenen. Besonders eindrücklich ist das Fest auf der Insel Janitzio auf dem Patzcuaro-See.
  
Buchmesse FIL (Feria Internacional del Libro) in Guadalajara
  
Vom 24. November bis 02. Dezember 2012 findet in Guadalajara, der Hauptstadt von Jalisco, die wichtigste Buchmesse FIL im ganzen Lateinamerikanischen Raum statt. Abgerundet wird die Ausstellung durch zahlreiche Veranstaltungen rund um die Literatur, aber auch mit musikalischen und weiteren kulturellen Darbietungen.
  
Tag der Jungfrau von Guadalupe
  
Die Schutzheilige Mexikos, La Virgen de Guadalupe, wird im ganzen Land mit Gottesdiensten, Prozessionen als Feiertag verehrt. Für Millionen von Menschen ist die Basilika der Virgen de Guadalupe in Mexiko-Stadt jeweils am 12. Dezember das Pilgerziel.
   
Weihnachten
  
In Mexiko beginnen die 9 Tage andauernden Feiertage am 16. Dezember mit den abendlichen Posadas, welche die Mühsame Suche nach einer Herberge von Maria und Josef symbolisieren. Weihnachten wird im Kreise der Familie gefeiert, oft mit einem Truthahn als Abendessen oder sonst feinem mexikanischem Essen.
  
Silvester und Neujahr
  
Für die Fiesta an Neujahr haben die Mexikaner zahlreiche Traditionen, wie an Mitternacht bei jedem Glockenschlag eine Traube zu essen oder mit einem Besen alles Böse hinaus wischen sollte.
   

Freitag, 5. Oktober 2012

IMAX-Film der Monarch-Schmetterlinge


IMAX-Film über die Monarch-Schmetterlinge Flight of the Butterflies
IMAX-Film Flight of the Butterflies - über die Migration
der Monarch-Schmetterlinge von Kanada und den USA
bis nach Michoacán in Mexiko.
(Fotoquelle: SK Films)

Der neue Naturfilm Flight of the Butterflies
  
Es ist eine epische Naturgeschichte, ein wissenschafltliches Abenteuer und eine spannende Detektiv-Geschichte zugleich. Der neue IMAX-Film "Flight of the Butterflies" in 3D über die Migration der Monarchfalter, weiss durch atemberaubende Aufnahmen zu begeistern. Das Film-Team der kanadischen Produktionsfirma SK Films hat die Monarch-Schmetterlinge auf ihrer Migrationsroute von Kanada über die USA bis in die Oyamel-Wälder auf dem mexikanischen Hochland im Bundesstaat Michoacán begleitet und eindrücklich dokumentiert.
   
Die Monarchfalter sind hoch entwickelte Insekten mit spezialisierten Körperteilen wie polarisierte Augen, Mehrzweck-Antennen und sensorischen Rezeptoren auf dem Kopf, an den Beinen und Füssen, mit denen sie die langen Distanzen navigieren können. Nur mit dieser von der Natur ausgeklügelten Technik ist es möglich, dass die Tiere Tausende von Kilometer auf Ihrer Migrationsroute bis nach Mexiko zurücklegen können.
   
Jeden Herbst machen sich gegen eine Milliarde Monarch-Schmetterlinge auf die epische Reise gegen Süden. Aus Kanada durch die USA nach Mexiko vereinen die Monarchfalter Länder und Kulturen. Das preisgekrönte Film-Produktions-Team verschafft uns im bequemen Kino-Sessel Einblick in eines der grössten Spektakel der Tierwelt.
  
An der exklusiven Uraufführung des Films war sogar der mexikanische Präsident Felipe Calderon und ranghohe Vertreter des mexikanischen Amtes für Tourismus in das Smithonian Museum in Washington DC geladen. Man verspricht sich durch den Film natürlich auch einen entsprechenden Tourimus-Boom für die Region Michoacán, wo die Monarch-Schmetterlinge überwintern. Der offizielle Filmstart von Flight of the Butterflies in den USA, Kanada und Mexiko ist diesen Oktober 2012, für Europa wurde noch kein Termin festgesetzt.

Donnerstag, 20. September 2012

Arbeiten und Leben in Mexiko-Stadt

Architektur im boomenden Stadtteil Polanco in Mexiko-Stadt.
(Bildquelle: skyscrapercity.com)


Architekt Thomas Stark im Interview
   
Thomas Stark ist erst 23-jährig, hat als Architekt aber bereits Fuss gefasst in Mexico City. In der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes gibt es eine gewaltige Anzahl von Bauprojekten und als mittelgrosses Architekturbüro kann sich Thomas Arbeitgeber immer wieder interessante Projekte angeln. Zurzeit beschäftigt er sich mit einem Büro- und Geschäftskomplex im nordwestlich der Hauptstadt gelegenen Stadtteil Polanco, welchen er entworfen hat und nun dem Baubeginn im Herbst 2012 entgegen fiebert. Bescheiden sagt er: "Im Verhältnis zum ganzen Projekt ist mein Beitrag klein." Und es werde ihm von dern Verantwortlichen auch laufend über die Schulter geschaut. Dennoch meint er: "Ich bin erstaunt darüber, wie viel Vertrauen und Freiheit ich geniesse nach nur etwa 9 Monaten in Mexiko."
  
Und wie steht es mit der Sicherheit zum Leben in Mexiko? Er spüre zwar unter den Mitarbeitern eine gewisse Unzufriedenheit mit der derzeitigen, schwierigen Situation, welche das Land erschüttert. Jedoch müsse man in der Hauptstadt sowieso auf der Hut sein, wie wahrscheinlich in jeder anderen grossen Stadt dieser Welt auch.
  
Für den Moment scheint er die richtige Arbeitsstelle in Mexiko gefunden zu gaben. Es sei eine tolle Erfahrung, gekoppelt mit einer grossen Herausforderung hier mitzuarbeiten. "Ich investiere konsequent täglich eine Stunde in meine Spanisch-Kenntnisse, drei mal pro Woche in einer Sprachschule im Einzelunterricht mit einer mexikanischen Lehrerin." Die Sprache sei das A und O um auch längerfristig erfolgreich zu sein.
  
Und doch kommt das Leben nach Feierabend und an den Wochenenden nicht zu kurz. Er unternehme mit einem weiteren deutschen Expat regelmässig Ausflüge in die Umgebung von Mexiko-Stadt. Sein Traum jedoch ist eine Reise durch die wüstenartige Baja California im Norden des Landes.
  

Montag, 3. September 2012

Isla Mujeres Inselparadies in der Karibik

Strand auf der Isla Mujeres
Strand auf der Karibikinsel Isla Mujeres, die Insel
der Frauen, vor der Küste von Cancún.
(Bildquelle: Flickr, Fotograf: kanoahelms)

Fraueninsel in der mexikanischen Karibik
  
Nördlich der grossen Tourismusdestination Cancún, wunderschön vom Karibischen Meer umspült, liegt die Isla Mujeres (Fraueninsel). Früher sollen angeblich viele Frauen hierher gepilgert sein, zu einem Heiligtum weiblicher Gottheiten der Maya-Kultur, daher der von den Spaniern vergebene Name.
  
Von einem Geheimtipp der Rucksackreisenden in den 1970er und 1980er Jahre hat sich die touristische Infrastruktur zwischenzeitlich markant gewandelt. Es stehen den Besuchern mittlerweile über 30 Hotels in allen Preissegmenten zur Verfügung, welche bei vielen Reiseveranstaltern und online Buchungsplattformen gebucht werden können. Ausserdem ist die Insel der Frauen ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber aus dem nahe gelegenen Cancún. Von Puerto Juarez gleich bei der Metropole Cancún, fahren Schnellboote der Transportfirma Ultramar im Halbstundentakt auf die Insel. Die Überfahrt dauert rund 25 Minuten. Zudem fährt Ultramar von der Playa Tortugas in der Hotelzone von Cancún stündlich zur Isla Mujeres.
  
Im Gegensatz zu Cancún geht es auf der Isla Mujeres relativ gemächlich zu und her. Doch findet man im kleinen Hauptort auch einige Einkaufs- und Ausgangsmöglichkeiten mit ausgezeichneten Restaurants und unterhaltsamen Bars.
   
Der beliebteste Strand auf der Insel ist die Playa del Norte am Ortsrand des Städtchens mit feinem Sandstrand, türkisblauem Meer und gemütlichen Strandbars. Zum Tauchen und Schnorcheln anerbietet sich ein Ausflug in den El Garrafon Reef Park, an der zerklüfteten Südspitze der Insel. Eine weiterer Tipp für Taucher ist der Unterwasser Skulpturenpark des britischen Künstlers Jason de Caires Taylor. Vor der Küste der Isla Mujeres wurden rund 400 lebensgrossen Figuren ins Wasser gelassen, welche nun von Booten oder eben besser tauchend besichtigt werden können.
   

Dienstag, 14. August 2012

Gael Garcia Bernal Goldener Leopard

Der mexikanische Schauspieler Gael Garcia Bernal
Gael García Bernal wurde am Internationalen Filmfestival
von Locarno mit dem Goldenen Ehrenleoparden geehrt.
(Bildquelle: Facebook Gael Garcia Bernal)

Mexikanischer Schauspieler geehrt
 
Während sich die mexikanischen Athleten an den Olympischen Sommerspielen in London schwer taten Preise zu gewinnen, hat der mexikanische Schauspieler Gael Garcia Bernal beim Internationalen Filmfestival von Locarno einen Goldenen Ehrenleoparden gewonnen.
  
Die kleine Stadt Locarno liegt idyllisch am Lago Maggiore in der südlichen Schweiz. Das Filmfestival von Locarno hat sich als eines der wichtigsten Kinoereignisse etabliert. Die abendlichen Vorführungen werden auf der hübschen Piazza Grande unter freien Himmel präsentiert, auf einer der weltweit grössten Leinwände und bestimmt einer der schönsten Kinosäle überhaupt. "Es ist unglaublich für mich hier zu sein und diesen Preis des Goldenen Leoparden zu bekommen", meinte der sympathische Filmstar anlässlich der Veranstaltung.
     
Sein neustes Werk ist "No" von Pablo Larrain, in dem er einen Publizisten verkörpert, welcher nach dem Sturz des chilenischen Diktators Augusto Pinochet aus dem mexikanischen Exil heimkehrt. Der Film wurde ebenfalls am Filmfestival in Locarno präsentiert.
  

Mittwoch, 8. August 2012

Olympische Sommerspiele London


Der mexikanische Athlet Jose Carlos Herrera im 200 m Lauf
an den Olympischen Sommerspiele 2012 in London.
 
Sportlicher Kampf um Olympia-Medaillen

Die Olympischen Sommerspiele 2012 in London sind in vollem Gange. Nach einer pompösen Eröffnungsfeier im Olympiastadion von London mit 15'000 Statisten unter dem Motto "Insel der Wunder", kämpfen nun vom 27. Juli bis 12. August über 10'000 Athleten um olympische Medaillen.

Die mexikanische Olympia-Delegation besteht aus rund 100 Sportlern welche sich in 23 verschiedenen Sportarten mit der internationalen Konkurrenz messen.

In den Disziplinen Wasserspringen und Bogenschiessen konnten die Athleten bereits ruhmreiche Medaillen für Mexiko gewonnen:

30. Juli - Silbermedaille
Wasserspringen/Synchronspringen, 10 m
Ivan Garcia und German Sanchez

31. Juli – Silbermedaille
Wasserspringen/Synchronspringen, 10 m
Paola Espinosa und Alejandra Orozco

2. August – Silbermedaille
Bogenschiessen
Aida Roman

2. August – Bronzemedaille
Bogenschiessen
Mariana Avitia

5. August - Bronzemedaille
Wasserspringen, Sprungbrett 3 m
Laura Sanchez

Auch das mexikanische Fussballteam wird bestimmt eine Medaille holen. Nach einer eher durchzogenen Vorrunde gewann die Mannschaft von Coach Luis Fernando Tena den Halbfinal gegen Japan und wird am 8. August gegen Brasilien das Finalspiel des olympischen Fussballturniers bestreiten.
 

Mexiko-Stadt war im Jahre 1968 Gastgeber der olympischen Sommerspiele. Gerüchte über eine erneute Kandidatur als Austragungsort flammen immer wieder auf. Lassen wir uns überraschen, ob es tatsächlich soweit kommt.
 
Übrigens gibt es auch eine Art Olympische Spiele für den amerikanischen Kontinenten, die Juegos Panamericanos oder Panamerikanischen Spiele, welche 2011 in Guadalajara ausgetragen wurden. Mexiko belegte dort im Medaillenspiegel nach den USA, Kuba und Brasilien den vierten Platz. 
   


 x-x-x-x-x-x-x
  
12. August 2012, Nachtrag nach dem Abschluss der Olympiade:

Mexiko hat es geschafft! Die mexikanische Olympia-Auswahl hat im Wembley-Stadion das favorisierte Brasilien entzaubert und das Finalspiel 2:1 gewonnen. Als Matchwinner avancierte Oribe Peralta, der Stürmer des nordmexikanischen Vereins Santos Laguna erzielte beide Treffer. Dieser Triumph und die somit einzige Goldmedaille der mexikanischen Delegation, wurde in der Heimat frenetisch gefeiert. Tausende von Fussball-Fans pilgerten mit Fahnen und weiteren Fanartikel traditionsgemäss zum "Angel de la Independencia" in Mexiko-Stadt, Autos, Busse und auch die klassischen Volkswagen Käfer Taxis hupten non-stop in einem riesigen Freudentaumel. 

Zudem hat sich noch eine weitere Bronzemedaille ergeben:
11. August - Bronzemedaille
Taekwondo, +67 kg
Maria del Rosario Espinoza

Alles in allem für die Grösse Mexikos mit seinen rund 100 Millionen Einwohnern sicher eine durchzogene Leistung der Athleten. Jedoch ist es die beste Ausbeute der letzten Olympischen Spielen.

2012 London: 7 Medaillen
2008 Peking: 3 Medaillen
2004 Athen: 4 Medaillen
2000 Sydney: 6 Medaillen
   

Samstag, 21. Juli 2012

Tauchen in der Karibik von Mexiko

Tauchen in der Karibik von Mexiko
Tauchen im Karibischen Meer auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko
(Bildquelle: padi.com)

Tauchrevier an der mexikanischen Riviera Maya
  
An der mexikanischen Küste der Karibik, an der Riviera Maya auf der Halbinsel Yucatán, befindet sich eines der spektakulärsten Tauchgebiete der Welt. Hier entfaltet sich das grösste Riff der Nordhalbkugel, das Grosse Maya Riff. Die einmalige Unterwasserwelt ist voll von farbenprächtigen Korallengärten und vielfältigen Fischarten. Die das ganze Jahr über angenehmen Wassertemperaturen von gegen 25 Grad, sorgen für beste Bedingungen zum Tauchen und Schnorcheln. Tauchen in Mexiko erfreut sich einer grossen Beliebtheit – vom "Fluch der Karibik" gibt es kein Entkommen.
  
Tauchbasen gibt es in etlichen Strandorten entlang der Küste. Bekannt ist die Isla Mujeres mit ihren Meereshöhlen, wo sich auch Haie aufhalten und beobachten lassen. Ein beliebtes Tauchrevier befindet sich in der Bucht von Akumal, etwa eine Stunde südlich von Cancún, mit seinem kristallklaren Wasser und reichhaltiger Unterwasserflora und -fauna. Von Playa del Carmen aus gelangt man mit kurzen Bootsfahrten zu zahlreichen top Tauchspots. Die türkisfarbene Lagune von Xel-Há ist wie ein riesiges natürliches Aquarium. Das Palancar-Korallenriff vor der Insel Cozumel bietet traumhafte Tauchplätze mit Steilwänden, Tunneln und Höhlen und ist wahrscheinlich das attraktivste Tauchgebiet in ganz Mexiko und der ganzen Karibik. Oder wie wäre es mit einer Tauchexpedition zu den Wracks spanischer Galeonen vor der Küste der Riviera Maya?
  
Nicht verpassen darf man die Tauchgänge in den Cenoten. Ein Cenote ist ein Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Wasser gefüllt ist. Die Halbinsel Yucatán wird durch ein riesiges System von unterirdischen Flüssen durchzogen, welche die Cenoten verbinden. Für diese einmaligen Tauchgänge wird kein spezieller Tauchschein benötigt, so lange man sich in der Kaverne aufhält und nicht effektiv in die Unterwasserhöhlen eindringt.
  
Etliche Tauchzentren entlang der Riviera Maya betreiben auch Tauchschulen mit PADI (Professional Association of Diving Instructors) zertifizierten Kursen für jedes Können und versorgen ihre Schüler auch mit der nötigen Ausrüstung.
   

Montag, 2. Juli 2012

Enrique Peña Nieto neuer Präsident

Enrique Peña Nieto
Enrique Peña Nieto ist der neu gewählte Präsident von Mexiko

Mexikos politischer Richtungswechsel
 
Enrique Peña Nieto hat erwartungsgemäss die Präsidentenwahl in Mexiko gewonnen, mit rund 38% der Stimmen. Er wird somit am 1. Dezember 2012 die Nachfolge von Präsident Felipe Calderón übernehmen und beendet die zwölfjährige Regierungszeit des Partido Acción Nacional (PAN). Nun ist die Partido Revolucionario Institucional wieder an der Macht, diejenige Partei welche sieben Jahrzehnte als „demokratische Diktatur“ der Inbegriff für Korruption, Vetternwirtschaft, eingeschränkter Meinungsfreiheit, Unterdrückung und Wahlbetrug war. Die Mexikaner entschieden sich an diesem Wahltag, dem 1. Juli 2012, für Peña Nieto und für den Weg zurück in die Vergangenheit.
 
Der 45-jährige Anwalt Peña Nieto möchte der Partei zu einem neuen, frischen und jugendlichen Image verhelfen, er verspricht eine bessere Zukunft für Mexiko, mit einer modernen und effizienten Regierung.
   
Der härtester Widersacher von Peña Nieto, der linksgerichtete Präsidentschaftskandidat Andrés Manuel Lopez Obrador (Partido de la Revolucion Democrática, PRD) erreicht rund 32% der Stimmen.
  
Für die Niederlage der PAN und deren Kandidatin Josefina Vázquez Mota (25% Wählerstimmen), wird der anhaltende Drogenkrieg in Mexiko verantwortlich gemacht. Seit der Amtsübernahme von Felipe Calderón im Jahre 2006 hat der Konflikt und die Eskalation der Gewalt zu mehr als 50'000 Todesopfer geführt. Die mexikanischen Wähler trauten der konservativen Partei schlicht nicht mehr zu, die Drogengewalt und die soziale Ungleichheit in den Griff zu bekommen.
 

Sonntag, 17. Juni 2012

Widerstand gegen Enrique Peña Nieto

Wahlen 2012 – Mexikanischer Fruehling
    
Kurz vor den Präsidenschaftswahlen in Mexiko am 1. Juli macht sich ein erheblicher Widerstand gegen einen möglichen Wahlsieg von Enrique Peña Nieto, dem Kandidaten der Partei Partido Revolucionario Institucional (PRI) bemerkbar. Die intellektuelle Elite des Landes und die Studenten mobilisieren sich per Facebook, Twitter und anderen online Medien und rufen zu Demonstrationen gegen Enrique Peña Nieto auf. Vor einer Woche gingen so Tausende Leute auf die Strasse in Mexiko-Stadt und weiteren Städten der Republik. Die Facebook Bewegung wie zum Beispiel yosoy132 und Revolución Conciencia scharren Tausende Sympathisanten hinter sich und verschaffen sich unter anderem mit einer Kampagne von mexikanischen Kulturschaffenden wie Carlos Fuentes, Lydia Cacho,  etc.

Gael Garcia Bernal - Schauspieler
 
"Da haben wir die PRI (Partido Revolucionario Institucional), den Dinosaurier, die Regierung welche aus irgendwelchen Gründen das Land so zurückgelassen hat wie es ist. Jetzt sind sie zurück und das erscheint mir furchterregend."
Gael Garcia Bernal, Schauspieler

Carlos Fuentes - Schriftsteller
  
"Ich möchte nicht daran denken, dass Enrique Peña Nieto das Präsidentenamt übernimmt... er ist nicht bereit Präsident zu werden."
Carlos Fuentes, Schriftsteller
  

 
Lydia Cacho - Journalistin
  
"Die Frauen löscht er ganz einfach wie eine Statistik. Er zeigt kein Interesse für die Anliegen der Frauen."
Lydia Cacho, Journalistin und Aktivistin für Menschenrechte

Elena Poniatowska - Schriftstellerin
   
"Enrique Peña Nieto hat nicht das Recht das Land mit seiner Ignoranz zu versenken."
Elena Poniatowska, Journalistin und Schriftstellerin
 
  
Paco Ignacio Taibo II - Schriftsteller
  
"Enrique Peña Nieto darf nicht Präsident werden. Wir werden den Kampf aufnehmen, mit zahlreichen Kulturschaffenden."
Paco Ignacio Taibo II, Schriftsteller
  
  
Alternative Präsidentschaftskandidaten
  

Rundum ein ziemlich interessanter Fakt, dass in Mexiko die Wähler sich gegen einen Kandidaten erheben, statt durch ähnlich Aktionen sich für einen alternativen Präsidentschaftskandidaten einzusetzen. Mit Andrés Manuel Lopez Obrador hätte es durchaus einen erfahrenen Politiker aus dem linken Lager, mit unterschiedlichen Ansätzen das Land zukünftig zu regieren. Doch die Wahlumfragen räumen AMLO, wie er durch die Initialen abgekürzt genannt wird, nur eine kleine Chance ein. Die erste Frau als Präsidentschaftskandidatin, Josefina Vázquez Mota, vom Partido Acción Nacional (PAN), kommt auch nicht so richtig vom Fleck in ihrem Wahlkampf und zählt zwischenzeitlich auf weniger Stimmen als AMLO.
  
Schaffen die sozialen Netzwerke eine Art mexikanischen Frühling zu kreieren, wie das in der arabischen Welt der Fall war? Können diese Internet-Bewegungen mit Facebook und Twitter die Meinung des mexikanischen Volkes in den letzten beiden Wochen vor den Wahlen am 1. Juli doch noch kippen?
  

Samstag, 9. Juni 2012

Kandidaten Präsidentenwahl 2012

Präsidentenkandidaten für Mexiko 2012
Kandidaten im Wahlkampf um das Amt des Präsidenten in Mexiko, von links:
Enrique Peña Nieto, Josefina Vázquez Mota, Gabriel Quadri, Andrés Manuel Lopel Obrador
(Bildquelle: IFE, mexikanischeWahlbehörde)

Enrique Peña Nieto möglicher neuer Präsident
 
Adrett frisiert, schneeweisses Hemd, hochnässiger Blick und grosse Worte – so präsentiert sich der 45-jährige Enrique Peña Nieto den Mexikanern als Präsidenschaftskandidat. "Wirtschaftswachstum gekoppelt mit mehr Arbeitsplätzen, staatliche Sozialversicherung für alle, ein faires, progressives Steuersystem", mit einer ganzen Liste von Wahlversprechen bombardiert er seine Landsleute und bringt sie zum Träumen von einem besseren Mexiko. Dazu braucht er nicht mal abstrakte Programme, es scheint als glaubten ihm die Wähler jedes Wort.
  
Peña Nieto geniesst eine enorme mediale Präsenz. Er wird von vielen als Erlöser Mexikos gefeiert. Nach 12 Jahren unter den beiden Präsidenten des PAN (Partido Acción Nacional), Vicente Fox und derzeit Felipe Calderon, mit einer ernüchternden Bilanz wegen der herrschenden Korruption, Gewalt und blutigem Krieg gegen die Drogenkartelle, scheinen die Mexikaner nun klar den Kandidaten der PRI (Partido Revolucionario Institucional) zu unterstützen.
  
Den aktuellen Umfragen zu folge ist die Ausgangslage zur kommenden Präsidentenwahl ziemlich eindeutig. Enrique Peña Nieto geniesst in etwa gleich viel Zustimmung wie die beiden weiteren ernsthaften Kandidaten zusammen, namentlich Josefina Vázquez Mota (PAN) und Andrés Manuel López Obrador. Der vierte Kandidat, Gabriel Quadri, scheint zwar in den Debatten oft die beste Lösung bereit zu haben, doch liegt er abgeschlagen auf einer aussichtslos scheinenden Position. Ein absolutes Mehr ist nicht erforderlich, es gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird demnach Enrique Peña Nieto am 1. Juli den Wahlkampf für sich entscheiden und zum neuen Präsidenten von Mexiko ausgerufen.
  
Dies ist umso erstaunlicher, weil seine Partei des Partido Revolucionario Institucional das Land bis ins Jahr 2000 während 71 Jahren sehr autoritär regiert hat, unter heftigen Vorwürfen wegen Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Misswirtschaft und Wahlbetrug. Doch Peña Nieto schwärmt von der neuen PRI, von Aufbruch und Hoffnung – purer Balsam auf die Seele der Bewohner des krisengeschüttelten Landes.

Mexikanische Wahlbehörde IFE (Instituto Federal Electoral)

Montag, 21. Mai 2012

Schriftsteller Carlos Fuentes verstorben

Mexikanischer Schriftsteller Carlos Fuentes
Der herausragende mexikanische Schriftsteller
Carlos Fuentes verstarb am 15. Mai 2012.
(Bildquelle: milenio.com)

Lebenswerk für die mexikanischen Literatur
 
Am 15. Mai ist Carlos Fuentesmit 83 Jahren in der Hauptstadt Mexiko-Stadtverstorben. Er beschäftigte sich in seinen Werken mit dem Alltag und der Geschichte von Mexiko.
 
Carlos Fuentes ist in Lateinamerika geliebt und geehrt, zusammen mit dem Kolumbianer Gabriel Garcia Márquez und dem Peruaner Mario Vargas Llosa. Sein Lebenswerk wurde 1987 anerkannt und Carlos Fuentes bekam den Premio Miguel de Cervantes zugesprochen, den wichtigsten Literaturpreis auf Spanisch.
 

Mittwoch, 9. Mai 2012

Ruinenstadt von Teotihuacan

Ruinenstadt Teotihuacán
Ruinenstadt von Teotihuacán mit der Sonnenpyramide

Ort wo der Mensch zu Gott wird

 
Teotihuacán ist eine der eindrücklichsten archeologischen Stätte in Mexiko. Das Zentrum wurde dominiert von wundervollen Palästen, Tempel und den beiden der Sonne und dem Mond gewidmeten Pyramiden. Etwa 200 vor Christus wurde die Stadt gegründet und zählte während seiner Blütezeit bis zu 200'000 Menschen. Als die Azteken in das zentrale Hochtal von Mexiko vordrangen, war das Kultzentrum von Teotihuacán bereits verlassen worden.
 
Die herausragendsten Gebäude sind die gewaltige, etwa 65 Meter hohe Sonnenpyramide und die etwas kleinere Mondpyramide am Ende der Calzada de los Muertos, der Strasse der Toten. Zahlreiche Tempel, Wohnstrukturen der herrschenden Elite und der Palast Quetzalpapalotl säumen die langgezogene Hauptachse.
  
Teotihuacán, der Ort wo der Mensch zu Gott wird, ist zweifellos eine der Hauptattraktionen in Mexiko und unbedingt ein Besuch wert. Von Mexico City erreicht man die Ruinenstadt in etwa 1 Stunde Fahrzeit problemlos mit den öffentlichen Bussen oder man schliesst sich einer organisierten Tour an.

Donnerstag, 12. April 2012

Erdbeben erschuettern Mexiko

Erdbeben-Alarm in Mexiko
Die Bewohner von Mexiko-Stadt begeben sich ins Freie
als Sicherheitsvorkehrung wegen der Erdbeben
(Bildquelle: El Universal)

Schwere Erdbeben im Westen von Mexiko
 
Innert kürzester Zeit hat es im Westen von Mexiko zwei kräftige Erdbeben gegeben. Am späten Nachmittag des 11. April (Ortszeit) lag das Epizentrum bei der Stadt Lazaro Cardenas an der Pazifikküste im Bundesstaat Michoacán. Die Erdstösse mit einer Stärke von 6.5 auf der Richterskala, waren über weite Teile von Zentralmexiko bis in die 400 km entfernte Hauptstadt Mexico City zu spüren.
   
In der Nacht zum 12. April (Ortszeit) ereigneten sich zwei weitere Erdstösse im Nordwesten von Mexiko, an der Ostküste der Halbinsel Baja California, diesmal mit einem Messwert von 6.9 auf der Richterskala, was als „grosse“ Erdbebenstärke definiert wird.
   
Die Erdbeben haben laut Augenzeugen zwar etliche Menschen in Angst und Schrecken versetzt, jedoch liegen noch keine Berichte über Opfer oder grössere Schäden vor. Mexiko verzeichnete regelmässig kräftige Erdstösse, unter anderem im März dieses Jahres wurden auch Tote beklagt. Ein weiteres wiederkehrendes Naturphänomen sind Vulkanausbrüche, speziell der bei Mexiko-Stadt gelegene Vulkan Popocatépetl beweist regelmässig, dass er noch aktiv ist.
 

Montag, 26. März 2012

Papst-Besuch in Mexiko

Papst Benedikt XVI. zu Besuch in Mexiko
Papst Benedikt XVI. mit sympatischem Sombrero zu Besuch in Mexiko
(Bildquelle: blog periodista digital)

Hunderttausende feiern den Papst
 
Die erste Reise nach Lateinamerika hat den Papst Joseph Ratzinger, Benedikt XVI., nach Mexiko geführt. Vom 24. - 26. März 2012 besuchte das Oberhaupt der katholischen Kirche die in Zentralmexiko gelegene Stadt León. Nur schon auf der Fahrt vom Flughafen in Guanajuato nach León säumten bis zu 700'000 Menschen die Strassen.
 
Am Samstag stand ein Treffen mit dem mexikanischen Staatschef Felipe Calderón auf dem Programm. Unter anderem wurde auch die schwierige Lage angesichts des anhaltenden Drogenkriegs thematisiert, wobei Papst Benedikt seine Ablehnung gegen die Gewalt bekräftigte und versicherte, er bete für Stärke und Hoffnung! Die Sonntagsmesse mit Hunderttausenden friedlich feiernden Gläubigen in einem Park nahe der Stadt León war der Höhepunkt des dreitägigen Besuchs. Bereits am Montag ist das Kirchenoberhaupt von Mexiko weiter nach Kuba gereist.
  
Mexiko ist zusammen mit Brasilien das Land mit der höchsten Zahl an Katholiken. Rund 85% der 110 Millionen Mexikaner bekennen sich zum katholischen Glauben. Schon Papst Johannes Paul II. besuchte Mexiko insgesamt fünf mal und unterstrich damit die strategische Bedeutung des Landes für den Vatikan.
  

Montag, 19. März 2012

Spring Break oder spiritueller Break

Spring Break in Mexiko
Die einen mögen die Spring Break Partys an den mexikanischen
Stränden - andere bevorzugen ein sprituelles Frühjahr

Frühjahrserwachen in Mexiko
 
Es gibt zwar in diesem Teil der Hemisphäre keinen Schnee zum Schmelzen, doch auch hier spürt man eine allgemeine Aufbruchstimmung, das Frühjahr steht vor der Tür. Die Tage werden wieder länger und im Hochland von Zentralmexiko werden die in der Winterzeit doch auch kühlen Abende wieder milder. Die Leute verbringen wiederum vermehrt Zeit draussen auf den Plazas und auf den Flanierzonen.

 
Spirituelles Frühjahrserwachen

 
Der Frühling ist auch eine beliebte Zeit um sich spirituell zu erneuern oder wieder zu finden. Zahlreiche Mexikaner pilgern auch dieses Jahr am 20. März 2012 zur Tag und Nacht Gleiche, wenn der Tag und die Nacht gleich lange dauern, zu den historischen Zeremonialzentren von Chichén Itzá, El Tajin oder Teotihuacán, um den Frühling zu empfangen.

 
Eine spirituelle Reinigung kann man sich in der Ortschaft Catemaco, im Bundesstaat Veracruz unterziehen. Catemaco ist das traditionellen Zentrum der indianischen Schamanen und Wunderheiler. Besonders populär ist das jährliche Treffen anfangs März, wenn der alljährliche Kongress der Hexer und Schamanen in Catemaco stattfindet.


Spring Break Party in Mexiko

 
Für viele Studenten und Jugendliche ist das Frühjahr auch Spring Break Zeit, also die Hochsaison für die aussergewöhnlichsten Partys. Die Hochburgen der Spring Breaker sind die mexikanischen Strände von Cancún in der Karibik und Puerto Vallarta und Acapulco am Pazifischen Ozean.

 
Ursprünglich stammt diese Party Tradition aus den USA, wo die strikt erzogenen Jugendlichen ihrem prüden Heimatland entfliehen wollten, um auf gut Blogger deutsch mal richtig die Sau rauszulassen. Das Nachbarland Mexiko mit seinem tieferen Mindestalter für Alkoholkonsum und liberaleren Werten, wurde sehr schnell zur Lieblingsdestination. Auch bei europäischen Jugendlichen wird der Spring Break Urlaub immer beliebter und viele zieht es deshalb in dieser Zeit nach Mexiko und ebenso viele hält es genau deshalb von einer Reise ab.

Weiterführender Link: Spring Break Reportage auf spiegel.de

 

Donnerstag, 8. März 2012

VW-Käfer Taxis von Mexiko Stadt


VW-Käfer Taxis in Mexiko Stadt
Die grünen VW-Käfer Taxis sind bald nicht mehr unterwegs
auf den Strassen in der mexikanischen Hauptstadt

Verbannung des VW-Käfers aus der Hauptstadt

Sie sind ein Symbol von Mexico City, die grünen VW-Käfer Taxis. Noch vor einigen Jahren haben bis zu 50'000 so genannte "Vochos" die Strassen der Hauptstadt geprägt, doch nun werden alle VW-Käfer aus der Hauptstadt verbannt. 
 
Seit über 10 Jahren chauffiert Ernesto in seinem liebevoll "Dragon Verde" (grüner Drachen) getauften VW-Käfer die Kundschaft durch die pulsierende Metropole. Ihm sei auch schon eine Verschrottungsprämie angeboten worden, um sich ein moderneres Fahrzeug zu beschaffen. "Der Kauf ist das einte, der Unterhalt etwas ganz anderes," meint er darauf enerviert und fügt an: "Beim Vocho kann ich vieles selbst erledigen und die Ersatzteile sind einfach zu beschaffen."
 
Lange Zeit wurde der VW-Käfer "Vocho" in der Produktionsstätte von Puebla, unweit der mexikanischen Hauptstadt, hergestellt und war so etwas wie das Auto der Nation. Im Jahre 2003 wurde die Produktion schlussendlich eingestellt
 
Die Stadtregierung von Mexiko City schreibt aus Sicherheitsgründen ab dem nächsten Jahre viertürige Taxis vor, was der Verbannung der legendären, grünen VW-Taxis gleichkommt und somit steht das Ende einer Ära bevor. 
   

Donnerstag, 23. Februar 2012

Festival Cumbre Tajin Zeremonialzentrum

Zeremonialzentrum El Tajin
Die Nischenpyramide von El Tajin ist das Zeremonialzentrum der
antiken Kultur der Totonaken im Osten von Mexiko
(Bildquelle: El Informador)

Traditionelles Kultur-Festival Cumbre Tajin

"Weil dort die Wiege der Weisheit ist!" sagt Don Juan Simbrón, der spirituelle Leader. Er spricht über die sagenumwobene Ruinenstadt von El Tajin mit der Nischenpyramide als wichtigstes Zeremonialzentrum des antiken Volkes der Totonaken. Er ergänzt: "Die Pyramide der Nischen wurde aus feinem Holz errichtet, aber eines Tages hat sie unser weiser Gott in Stein verwandelt."
 
Die archäologischen Bauten seien ausserdem eines der besten Beispiele für die Astronomie, die heilige Stadt verbinde die weltlichen Zyklen, deshalb habe die Nischenpyramide genau 365 Abstufungen, wie das Jahr Tage hat.
  
Jedes Jahr im Frühling findet hier bei der archäologischen Ausgrabungsstätte und im nahe gelegenen Städtchen Papantla das erlebenswerte Festival Cumbre Tajin statt, dieses Jahr vom 17. - 21. März 2012. Es werden historische Tänze aufgeführt, Konzerte veranstaltet, Poesie vorgetragen und traditionelle Zeremonien präsentiert, wie beispielsweise bekannte Spektakel der Voladores de Papantla. Ausserdem werden die Tempelanlagen durch Lichtkünstler auch nachts zum Leben erweckt. Ein hübsches Kulturfestival in kleinem Rahmen, bestimmt einer Reise wert.
  
Die Pyramiden von El Tajin sind ein beliebtes Ausflugsziel im Bundesstaat Veracruz im Osten von Mexiko. Die nächst grössere Ortschaft, Papantla, ist bestens an die öffentlichen Transportmittel eingebunden.

Informationsquelle: El Informador
 

Mittwoch, 15. Februar 2012

Präsidentschaftswahlen Mexiko 2012


Josefina Vázquez Mota kandidiert für die Präsidentschaft
Josefina Vázquez Mota hat sich bei den parteiinternen Wahlen der PAN
durchgesetzt als offizielle Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen 2012
(Fotoquelle: Facebook der Kandidatin)

Josefina Vázquez Mota ist Kandidatin
 
In vielen Ländern würde eine weibliche Präsidentin nicht für Schlagzeilen sorgen, nicht mal in den von der Macho-Kultur getragenen lateinamerikanischen Ländern. In Argentinien, Chile und Brasilien wurden bereits Frauen ins höchste Staatsamt gewählt. In Mexiko jedoch gleicht der Wahlsieg von Josefina Vázquez Mota als Präsidentschaftskandidatin der konservativen PAN (Partido Acción Nacional) als Sensation. Sie ist damit die erste Kandidatin für dieses Amt in der Geschichte des Landes. Dabei hat sich die 51-jährige Ökonomin in einer parteiinternen Vorwahl mit einem beachtlichen Resultat gegen Ernesto Cordero, den früheren Finanzminister und Santiago Creel, den ehemaligen Innenminister durchgesetzt. Politik ist in Mexiko zwar nicht ausschliesslich eine Männerdomäne, es sitzen rund 30% Frauen im Parlament.
 
Josefina Vázquez Mota hat reichlich politische Erfahrung als Erziehungsministerin und Ministerin für soziale Entwicklung. Doch wird sie einen schweren Stand haben, um bei den Wahlen am 1. Juli zu gewinnen. Das liegt nicht unbedingt an ihrer Persönlichkeit, obwohl ihr von den mexikanischen Medien fehlendes Charisma angekreidet wird, oder dem Fakt, dass sie eine Frau ist. Vielmehr schwindet generell das Vertrauen in die seit 2000 regierende Partei PAN, und in den aktuellen Präsidenten Felipe Calderón. Das mexikanische Volk leidet wegen der anhaltenden Unsicherheit des Drogenkrieges und wird möglicherweise das Heil mit der Stimmenvergabe an eine andere Partei suchen.
 
Die härtesten Widersacher um die Präsidentschaft sind Enrique Peña Nieto der PRI (Partido Revolucionario Institucional) und dem linksgerichteten Andrés Manuel Lopez Obrador der PRD (Partido de la Revolución Democrática), der nach Ansicht vieler Mexikaner bei den Wahlen im Jahre 2006 um die Präsidentschaft betrogen worden war.

Weitere Infos zum Wahlkampf in Mexiko 2012:

Präsidentschaftskandidaten
Widerstand gegen Enrique Peña Nieto